Die CD

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CD • 71:13 • 6seitiges Digipack • Label: Reptiphone • Vertrieb: Broken Silence • VÖ: November 2014 • 15 € + Porto (2 €)

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Aufgenommen vom 19.-24.06.2014 im Laine-Art von Peter Hofmann. Gemischt von Peter Hofmann • Gemastert im Silberblick-Studio von Andreas Albrecht •
Arrangiert & produziert von Marco Ponce Kärgel • Gestaltung: Tanja Klauck • Titel-Foto: Elge Kenneweg & Felix Nussbaumer, aus der Foto-Serie „(ICD – 10 F33.2) Eine Depression“ • Fotos innen: Chris Biadacz, 28IF Musikpromotion.

Gute Nacht • Die Wetterfahne • Gefrorne Tränen • Erstarrung • Der Lindenbaum • Wasserflut • Auf dem Flusse • Rückblick • Irrlicht • Rast • Frühlingstraum • Einsamkeit • Die Post • Der greise Kopf • Die Krähe • Letzte Hoffnung • Im Dorfe • Der stürmische Morgen • Täuschung • Der Wegweiser • Das Wirtshaus • Mut •
Die Nebensonnen • Der Leiermann •

 

• LINER NOTES mPK: Schon vor langer Zeit habe ich sporadisch angefangen, an der Winterreise zu arbeiten. Fasziniert, angezogen, eingesogen von den Liedern war ich da – von den Texten, den drastischen und dramatischen Gefühlen und von der Musik; von den tollen Melodien, den unerwarteten Harmonien, von den teilweise silbengenauen Kompositionen. Und aber fremdelnd mit den Interpretationen, die ich bis dahin kannte: klassisch, kunstfertig, Kunstlied. Von ganz woanders her kommend, standen diese Interpretationen seltsam zwischen mir und den Liedern.

Umschlichen habe ich die Lieder, belauert (manche jahrelang!), belauscht, bin vorsichtig dann auf sie zugegangen. Und wie es immer ist, wenn ich mich den Dingen musikalisch annähere – halb gehe ich auf sie zu, halb hole ich sie zu mir hin – war es hier auch so: Am Anfang sehr genau am Notentext, und eher eine Übersetzung als eine neue Dichtung. Dann irgendwann und immer mehr ausgehend von mir, von der Gitarre, und von meiner Art Gitarre zu spielen, mit allen Neuigkeiten und Wunderlichkeiten. Die Stücke wurden immer mehr meine eigenen. Und dann irgendwann auch unsere. In den Proben mit Manfred haben sie sich noch mal gewandelt, wurden dichter, direkter, runder, musikalischer. Und wurden wirklich zum Leben erweckt.

Dichte. Überhaupt war die ganze Arbeit an dieser Winterreise ein Prozess der Verdichtung für mich: Vom ersten sporadischen und vollkommen absichtslosen Herumspielen mit dem einen oder anderen Lied, den langen und dann immer kürzer werdenden Pausen dazwischen, den ersten Gedanken an die vielleicht ganze Reise und an einen passenden und passionierten Sänger. Über den Augenblick, in dem das letzte Lied fertig umgeschrieben war (Täuschung, 3. Mai, kurz nach halb fünf) und die Winterreise als Ganzes vor mir lag. Bis hin zu den Aufnahmen im Juli und sehr konkret dem Moment, in dem Peter das erste Mal „Aufnahme“ sagte; und der gefühlten Ewigkeit und dem gefühlten Fingerschnippen später, als das letzte Lied fertig aufgenommen war (Wasserflut, 24. Juni, gegen elf Uhr; ungläubiges Staunen!). Diese Reise hat in der ganzen Zeit dermaßen an Dichte und Tempo zugenommen, dass mir jetzt noch Ohren und Gehirn rauschen, Finger summen. So sind ja Reisen: die Lust, die Idee, der Plan, der Weg. Manchmal ein Ziel, immer ein Bewegen. Immer ein Nachsinnen.

Und jetzt geht die Reise ja weiter, in die Welt. Dafür Danke, Manfred. Danke, Peter.

• LINER NOTES mM: Vor 45 Jahren erreichten mich diese Lieder so, als wäre die Geschichte, die sie erzählen, grad mir passiert, und ein älterer, radikalerer Bruder würde mir zeigen, wie man mit so etwas umzugehen hätte. Jetzt – Zeit ist was Gemeines und heilt nicht alle Wunden – steht vor allem die Hybris vor mir, die diesen älteren Bruder trieb: von dem Mädchen, das ihn abwies, erfährt man ja nicht einmal Augen- und Haarfarbe. Damals hätte ich diese Geschichte nicht selbst erzählen können, jetzt hab ichs versucht – mit Distanz im Blick und einem Generalmusikdirektor an der Seite, der die Kompositionen dort hingebracht hat, wo sie für ihn schon immer gespielt haben (und wo auch ich mich wohlfühle): Auf unsre heutigen Straßen.

Marco & Peter: Danke der heiterenergiegeladenen Stimmung zwischen uns dreien.

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